(02.03.2016, Köln) Ein breites und starkes Bündnis aus unabhängigen migrantischen und nicht-migrantischen Frauen*organisationen, feministischen Initiativen sowie antifaschistischen, antikapitalistischen und antirassistischen Gruppen aus Köln und NRW hat sich in den letzten Wochen organisiert und veranstaltet anlässlich des Weltfrauen*tages eine bundesweite Demonstration am 12. März 2016. Unter dem Motto "Unser Feminismus ist antirassistisch - Reclaim feminism!" werden die Themen und Forderungen der Beteiligten laut, bunt und vielfältig auf die Straße getragen: Von sexualisierter Gewalt über die unzureichende Finanzierung von Care-Arbeit[i] bis hin zur Instrumentalisierung feministischer Themen für rassistische Hetze. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Es wird viele Zwischenkundgebungen und begleitende Aktionen geben. Laut Organisator*innen sind bereits organisierte Anreisen von Großgruppen aus Aachen, Berlin, Frankfurt, Dortmund, Essen, Karlsruhe und Hamburg angekündigt. Es werden 3.000-5.000 Teilnehmende  erwartet.

 „Sexismus ist nicht nach Deutschland eingewandert, Sexismus ist hausgemacht. Er findet statt – schon immer, ständig und überall“

Das Bündnis solidarisiert sich mit den organisierten Frauen*bewegungen weltweit, die gegen das weltweite und lokale Patriarchat kämpfen wie z.B. in den asiatischen Ländern, auf den Phillippinen, Afghanistan, Indien, Nepal, in Latein Amerika, im Mittleren Osten, Shengal im Nordirak und in Kurdistan. Das Bündnis solidarisiert sich mit allen FLTI* weltweit, die  gemeinsam Selbstorganisation, autonome Selbstverwaltung und die eigene Selbstverteidigung leben. Anlässlich des Weltfrauen*tages ruft das Bündnis die weltweite Frauen*solidarität aus. Gewalt habe viele Gesichter weltweit - aber der Widerstand auch.Die Organisator*innen wollen nach den Silvesterereignissen zum Weltfrauen*tag ein starkes Zeichen gegen Sexismus und gegen Rassismus setzen. Die Thematisierung von sexualisierter Gewalt, der FLTI* (of colour) jeden Tag ausgesetzt sind, soll 2016 auch weiterhin ein wichtiges Thema bleiben. Das Demobündnis schaut jedoch auch über die Vorfälle an Silvester hinaus. Kriege und neo-koloniale kapitalistische Ausbeutungsstrukturen, an denen auch die BRD beteiligt ist, zerstören Menschenleben und zwingen Frauen* und Kinder zur Flucht. Auf ihrem Weg seien sie in höchstem Maße sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Durch die Beschlüsse der deutschen Bundesregierung, wie im Asylpaket II, werden Frauen* und Kinder in lebensgefährlichen Kriegsgebieten oder an Europas Außengrenzen der Gewalt überlassen. Die Asylrechtsverschärfung, die die Regierung als Reaktion auf die sexualisierte Gewalt verkaufen wolle, treffe in Wirklichkeit Frauen* und Kinder weltweit am härtesten.

Das Demobündnis bedauert, dass sich die medialen Debatten bald nach Silvester nicht mehr zentral um die Betroffenen und die Taten sexualisierte Gewalt drehten, sondern bald in rassistische Hetze umschlugen: "Im Verlauf wurde schnell nicht mehr über Sexismus gesprochen, sondern über die Verschärfung des Asylrechts, Abschottung und Abschiebung. Ein gängiges Fazit: Nicht der Sexismus in diesem Land sei das Problem, sondern die zu uns Geflüchteten. Nazistische Strukturen und Rechtspopulist*innen nutzen die Gelegenheit um verbal zu hetzen und nutzen die rassistisch aufgeladene Stimmung, um physische und psychische Gewalt gegen Männer* of colour zu verüben. Es gibt vermehrt Polizeikontrollen entlang des racial profiling. Daher ist es umso wichtiger, an diesem Welfrauen*tag nicht nur gegen Sexismus, sondern auch gegen Rassismus auf die Straße zu gehen.

Bündnis zur bundesweiten Demo zum Weltfrauen*tag 2016 in Köln

Terminhinweise:

Pressekonferenz:

Pressevertreter*innen sind herzlich eingeladen zur Pressekonferenz am 12. März um 11 Uhr. Der Ort wird noch bekannt gegeben. Es wird ein ausführliches Dossier zu den Hintergründen der Bündnis-Positionen geben.

Bundesweite FLTI*-Vollversammlung:

Die Demonstration soll der Auftakt sein für den weiteren Aufbau von Strukturen und weitere Aktionen in diesem Jahr. Am Vorabend, 11. März um 20 Uhr wird zu einer bundesweiten FLTI*-Vollversammlung eingeladen, um Vernetzung und weitere Planungen zum Umgang mit spürbar zunehmenden sexistischen und rassistischen Angriffen in den Blick zu nehmen. Der Ort wird noch bekannt gegeben. 

 

Sonstige Hinweise:

Der Aufruf steht unter reclaimfeminism.org in arabischer, deutscher, englischer, französischer, kurdischer, persischer und russischer Sprache online und kann unterzeichnet werden. Unter den Unterzeichnenden finden sich jetzt bereits

Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V.,

Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Köln,

DIE LINKE.NRW,

Diverse Flüchtlingsinitiativen,

Gabriele Bischoff, Geschäftsführerin LAG Lesben in NRW e.V.,

Institut für Theologie und Politik, Münster,

Iranisch-Deutscher Frauenverein e.V., Köln,

Isabell Suba, Berlin, Regisseurin des Films „Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste“

Julia Woller, frauenpolitische Sprecherin bei Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Köln,

Katja Kipping, Vorsitzende DIE LINKE, Berlin

Köln gegen Rechts – Antifaschistisches Aktionsbündnis,

linksjugend [’solid] Bundesverband,

Prof. Dr. Stefan Timmermanns, Frankfurt UAS,

ZIF, Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser, Köln,

 

 

Pressesprecher*innen:

Ayten Kaplan

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0049-157-80462394

 

Daniela Antons

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0049-176-60800860                                                                                    

 

reclaimfeminism.org

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