Am 9. Oktober 1998 wurde Abdullah Öcalan auf Druck der türkischen Regierung hin aus Syrien ausgewiesen. Mithilfe eines internationalen Komplotts wurde er anschließend verschleppt und ist seit 1999 in einem türkischen Gefängnis unter schwersten Isolations-Haftbedingungen inhaftiert. Was den türkischen Staat aber nicht davon abhielt ab 2007 Verhandlungen mit ihm als Repräsentanten der kurdischen Bewegung zu führen. Seit dem 5. April dieses Jahres ist er von der Verhandlungsdelegation abgeschnitten und wird vollkommen isoliert. Dieser Umgang mit einem mindestens für diese Region sehr bedeutungsvollen politischen Gefangenen kommt einer Geiselhaft gegenüber der gesamten Bevölkerung in der Türkei gleich und nimmt negativen Einfluss auf die Friedensentwicklungen im Mittleren Osten. 

Friedensverhandlungen unter Teilnahme Abdullah Öcalans und seine Freiheit sind mit der Freiheit der Völker des Mittleren Ostens direkt verknüpft

Die im Interesse der NATO-Organisation Gladio durchgesetzte Isolation gegen Abdullah Öcalan zielt auf ihn als politischen Akteur seine ideologische Wirkungskraft. Seine Stimme steht für eine freie kurdische Identität, Frauenbefreiung und entschlossene Schritte im Kampf für einen demokratischen Mittleren Osten. Denn mit dem Aufbau der Demokratischen Autonomie in Rojava (Nord-Syrien) wird deutlich, dass die kurdische Bewegung eine Antwort bietet auf die Perspektivlosigkeit von Gewalt und Zerstörung.

Damit Abdullah Öcalan seine Rolle im Demokratisierungsprozess des Mittleren Ostens erfüllen kann, muss er freigelassen werden.

Abdullah Öcalan beschreibt die revolutionäre Entwicklung in Rojava folgendermaßen: “Vor 40 Jahren haben wir gesagt, Kurdistan sei eine Kolonie und haben unseren Freiheitskampf begonnen. Dieser Ort der Erde ist ein Garten, in dem viele Identitäten, Kulturen, Glaubensrichtungen, Farben und Realitäten gemeinsam leben. Der Aufbau einer freien Gesellschaft ist nur mit dem Aufbau einer demokratischen Autonomie umsetzbar.

Demokratische Strukturen, die es bereits in allen vier Teilen Kurdistans gibt und insbesondere der hohe Organisierungsgrad der Frauen, spiegeln jahrzehntelange Bemühungen Abdullah Öcalans für eine demokratische Lösung der gesellschaftlichen Probleme im Mittleren Osten wider.

Fast ganz Syrien liegt heute in Schutt und Asche oder ist von den Söldnern des IS beherrscht. Die maßgeblichen Entscheidungen im syrischen Bürgerkrieg fielen jedoch nicht in Syrien, nicht durch die dort lebende Bevölkerung sondern in der Türkei und in anderen Ländern.

Die kurdische Bevölkerung im Norden Syriens, die seit Jahrzehnten ihre Muttersprache nicht sprechen durfte, die größtenteils nicht einmal Nationalpässe ausgehändigt bekam, entschied sich gegen eine Teilnahme an den kriegerischen Auseinandersetzungen mit der syrischen Armee und für einen 3. Weg. Sie baute eine Selbstverwaltung auf und hielt so Kriegshandlungen aus dem Gebiet Rojava weitgehend fern. Viele in den Norden geflohene SyrerInnen brachten sich in diese Selbstverwaltung ein und leben und kämpfen heute gemeinsam mit den KurdInnen gegen die Söldner des IS.

Von den Nachkriegsverhandlungen in Türkei und der Schweiz wird die Vertretung Rojavas konseqent ausgeschlossen.

 

Wir Frauen fordern:

 

  • Freiheit für Abdullah Öcalan und alle politischen Gefangenen!

 

  • Freiheit und demokratische Autonomie für die Völker im gesamten Mittleren Ostens

 

  • Weg mit dem PKK-Verbot!

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